Maria vom Guten Rat

Pfarrei Maria vom Guten Rat

Rohbau im Jahr 1957

1948 beschloss Erzbischof Michael Kardinal von Faulhaber, die Augustiner-Eremiten für den Wallfahrtsort Maria Eich und die Seelsorge in München in das Erzbistum zu holen. 1953 erwarb das Erzbischöfliche Ordinariat ein Grundstück an der Schwabinger Hörwarthstraße für die neue Kirche und ein Kloster. Das neue Pfarrgebiet wurde von den Pfarreien St. Ursula und St. Georg (Milbertshofen) abgetrennt.

Architekt war Josef Wiedemann. 1956 begannen die Bauarbeiten und ein Jahr später wurde die Kirche durch Joseph Kardinal Wendel geweiht.

Im Jahre 2000 wurde die Kirche in die Bayerische Denkmalliste aufgenommen. Bis 1994 betreuten die Augustiner die Pfarrei, als sie dann das Kloster aufgaben, erwarb das Erzbischöfliche Ordinariat die Anlage und die Diözese übernahm die Seelsorge. Von 1999 bis 2013 durch Diözesanpriester, die der Gemeinschaft Emmanuel angehören. Im Dezember 2014 wurde in der Pfarrkirche von St. Sebastian der Pfarrverbandsgründungsgottesdienst gefeiert.

Maria vom Guten Rat, ihr Gnadenbild und ihr Weg in unsere Gemeinde

Gnadenbild aus Genazzano

Die Patronin unserer Gemeinde „Maria vom Guten Rat“ wird bereits zu Lebzeiten als Mutter Jesu verehrt. Geboren ca. 20 vor Christus, gestorben vermutlich 50 nach Christus, gehörte sie zum innersten Kreis der Urgemeinde in Jerusalem. Seit dem 5. Jahrhundert gilt sie als „Urbild der Kirche“ – über alle Zeiten hinweg wird sie Gegenstand einer ausgeprägten Marienverehrung in der katholischen Kirche. Gestalt und Leben Marias inspirieren vielfältig die christliche Volksfrömmigkeit bis hin zu Marienerscheinungen und wundertätigen Gnadenbildern.

Ausgehend vom Neuen Testament gedenken wir am 26. April eines Rates, mit dem Maria bei der Hochzeit von Kanaa hervortritt. Der Evangelist Johannes (Joh 2, 1-12) zitiert ihre Worte zu den Dienern des Festes: “Was er (Jesus) euch sagt, das tut!“ Bereits vorher hatte sie wachsam erkannt und ihrem Sohn bedeutet: “Sie haben keinen Wein mehr!“ Das darauf folgende Zeichen Jesu, die Wandlung von Wasser zu Wein, gilt bis heute als Beginn des 3-jährigen öffentlichen Wirkens des Gottessohnes. Mit ihrem guten Rat überwindet sie die Einwände Jesu, der entgegnete „Was willst Du von mir? Meine Stunde ist noch nicht gekommen!“, um dann doch kurz darauf das Wunder zu vollbringen. In dieser Schlüsselsituation erscheint Marias Rolle als Fürsprecherin bei Gott und bei ihrem Sohn. Als Barmherzige überwindet sie die göttliche Gerechtigkeit, so hilft sie die Menschen. Soweit zum biblischen Ursprung.

Wie kam nun die Heilige in unsere eigene Gemeinde? Über ein „Gnadenbild“. Der Weg der Mater Boni Consilii, der Mutter des Guten Rates, zu uns nach Schwabing führt zurück in die Kirchengeschichte bis zur Gründung des Augustinerordens 1244 in Rom. Die als Bettelorden zur Armut verpflichtete Mönchsgemeinschaft verehrte Maria und ihren Guten Rat frühzeitig, unter anderem in einer bereits 1356 errichteten und dort von Ordensbrüdern geführten Marien-Kirche in Genazzano bei Rom.

Auch unsere Kirche wurde 1957 als Augustinerpfarrei gegründet, als Kurat und erster Pfarrer wirkte Pater Gabriel bis 1959. Für die Ordensbrüder lag es auf der Hand, unsere Gemeinde unter das Patronat von Maria vom Guten Rat zu stellen, wie oft bei ihren Gotteshäusern auf der ganzen Welt. Als prägender Geistlicher ist den älteren Gemeindemitgliedern sicherlich noch Augustinerpater Heinrich Schott, Seelsorger der Pfarrei von 1959 bis 1978, in lebendiger Erinnerung. Ihm wurde in der Festschrift aus dem Jahre 1982 gedacht.

Die Geistlichen brachten aus ihrer Kirche nahe Roms das Abbild einer berühmten, sehr alten Darstellung der Maria vom Guten Rat mit nach München, das über die Zeit als „Gnadenbild“ Teil ihrer Heilsgeschichte geworden ist. Zum etwa 1400 entstandenen originalen „Gnadenbild“ in Genazzano pilgerten die Christen seit dem 26. April 1467, wo sie sich bis heute Hilfe erhoffen, primär bei seelischen Krankheiten und Leiden.

Allgemein handelt es sich bei einem „Gnadenbild“ um Marienbildnisse, vor denen die Gläubigen die Gewährung einer Gnade von Gott erbitten. Mit der Zeit wurden die Bilder in Verbindung gebracht mit Wundern und Heilungen und damit selbst Ziel von Wallfahrten. Während griechisch-orthodoxe Christen diese Marienbilder bis heute als heilige „Ikonen“ verehren, gilt seit dem 8. Jahrhundert in der offiziellen katholischen Lehre die Verehrung den dargestellten Heiligen und nicht dem Bild selbst.

So lädt uns das als Mosaik in der Marienkonche und als Schnitzerei in der Rita-Kapelle unserer Pfarrei anzutreffende Abbild des Gnadenbildes der „Mutter vom Guten Rat“ in Genazzano nach heutigem Verständnis zur Glaubensmeditation ein und will uns so zum Marien-Geheimnis hinführen.

Zusätzlich veranschaulicht uns das im Volksglauben wundertätige Madonnenbild, dass in der langen Tradition der Marienverehrung eine große Wirkung von der Heiligen ausging. Auch Marienerscheinungen, bei denen sie persönliche Offenbarungen mitteilte, meist verbunden mit Aufforderungen zu Frieden und Gebet gehören zur Wirkungsgeschichte der Muttergottes. Mit Maiandachten und Rosenkranz, Marienlob und Mariengesängen halten wir Christen unsere Verehrung lebendig, genauso wie mit jeder Bitte und Not, die wir im Gebet an sie herantragen. Ebenso oft sollten wir vor sie treten um Dank zu sagen für empfangene Hilfe.

Sei du uns, Gottesmutter und Himmelskönigin, Vorbild im Glaubensgehorsam! Beten wir zu ihr mit den Worten der Gläubigen von Genazzano, entstanden dort 1796 inspiriert von Ihrem Gnadenbild:

 

Modernes Mosaik von 1958 inspiriert vom Gnadenbild
Oh Maria vom Guten Rat,
entflamme die Herzen aller,
die dir geweiht sind.
So dass alle von ihnen bei dir Schutz finden.
Oh große Mutter Gottes, oh würdigste liebe Frau,
lass jeden dich als Lehrerin und
weise Ratgeberin erwählen,
denn du bist, wie der heilige Augustinus sagt,
der Rat der Apostel und der Rat aller Menschen
Amen
Votivbild in der Ritakapelle, geschnitzt von Hr. Kirner

Jubiläumsbroschüre "25 Jahre Maria vom Guten Rat", 1982

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Jubiläumsbroschüre "60 Jahre Maria vom Guten Rat", 2017

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2018 Pfarrverband am Luitpoldpark