Pädagogische Arbeit

Kindergarten Maria vom Guten Rat

Pädagogische Arbeit

Grundsätze

GRUNDSÄTZE DES BAYERISCHEN BILDUNGS- UND ERZIEHUNGSPLANS

Der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan geht von einem veränderten Bildungsbegriff aus. Bildung wird demnach nicht mehr verstanden als passiver Wissenserwerb durch Wissensvermittlung, sondern als Prozess, an dem das Kind im sozialen Kontext mit anderen Kindern und Erwachsenen maßgeblich beteiligt ist. Entsprechend seiner individuellen Voraussetzungen und seines individuellen Entwicklungstempos gestaltet es aktiv das Bildungsgeschehen mit. Um dem Kind eine aktive Teilnahme am Bildungsprozess zu ermöglichen, ist es Aufgabe der Erwachsenen, das Kind bei dem Aufbau und Erwerb von Basiskompetenzen wie personale Kompetenzen, Sozial- und Lernkompetenz zu unterstützen. Diese Kompetenzen werden durch ganzheitliche Bildungs- und Lernangebote gefördert, die sich an dem Spielbedürfnis der Kinder orientieren, denn für Kinder gilt: Spielen ist lernen. Aufbauend auf seine individuellen und sozialen Fähigkeiten und Fertigkeiten, die das Kind im sozialen Miteinander entwickelt, bereitet es sich auf ein lebenslanges Lernen vor.

GRUNDHALTUNG DER PÄDAGOGISCHEN FACHKRÄFTE

Die Grundhaltung der pädagogischen Fachkräfte gegen- über dem Kind und seinen Eltern ist geprägt von Wertschätzung, Achtung und Respekt. Sie nehmen das Kind so an wie es ist und berücksichtigen bei Bildungs- und Lernangeboten den Ist—Stand‚den aktuellen Entwicklungsstand des Kindes. Als interessierter, teilnehmender Beobachter nimmt die Fachkraft wahr, wenn das Kind Unterstützung braucht. Sie setzt angemessene Impulse, um das Kind in seiner Weiterentwicklung zu fördern. Eltern und Fachkräfte begleiten den Bildungs- und Erziehungsprozess des Kindes gemeinsam.

FÖRDERUNG DER BASISKOMPETENZEN VON KINDERN

Als Basiskompetenzen werden grundlegende Fertigkeiten und Persönlichkeitsmerkmale bezeichnet, die das Kind befähigen, mit anderen Kindern und Erwachsenen zu interagieren und sich aktiv mit Natur und Umwelt auseinanderzusetzen.

Ein Kind, das über personale Kompetenzen verfügt, kann sich selbst einschätzen, handelt selbstbestimmt,

traut sich etwas zu, lässt sich nicht so schnell entmutigen, ist geschult in seiner Wahrnehmung, in seiner Merk- und Problemlösefähigkeit, besitzt Phantasie und Kreativität und kann sich nach einer anstrengenden Tätigkeit wieder entspannen.

Personale Kompetenzen werden gefördert, durch angemessenes Lob und Anerkennung, durch Einbeziehung der Kinder in Entscheidungsprozesse, durch Aufgabenstellungen, die das Kind nicht über-, aber auch nicht unterfordern, durch Ermutigung, durch Angebote zur Sinnesschulung, durch Denkaufgaben, die dem Entwicklungsstand des Kindes angepasst sind, durch Spiele zur Förderung der Merkfähigkeit, durch aktives Angehen von Problemen, durch schöpferische Tätigkeiten und durch Angebote zur Entspannung.

Mit Sozialkompetenz verbunden sind Fähigkeiten wie Empathie, Kommunikations-, Kooperations- und Konfliktfähigkeit. Durch Perspektivenübernahme im Rollenspiel, durch Teilnahme an Gesprächen und gemeinsamen Projekten wie durch Kennenlernen verschiedener Konfliktlösungstechniken erproben die Kinder unterschiedliche soziale Verhaltensweisen.

Werte, die die pädagogischen Fachkräfte den Kindern Vorleben, beeinflussen die Art und Weise des sozialen Umgangs.

Indem Kinder an Entscheidungen beteiligt und Konflikte gewaltfrei lösen lernen, entwickeln sie ein grundlegendes Demokratieverständnis.

Projekte zur Gewalt-, Stress-, Sucht- und Gesundheitsprävention fördern das Kind in seiner Widerstandsfähigkeit. Es eignet sich Verhaltensmuster an, die es ihm ermöglichen, kompetent mit Veränderungen und belastenden Situationen umzugehen.

Projekte erfordern Planung, Durchführung und eine ergebnisorientierte Auswertung und Dokumentation. Anhand der einzelnen Schritte im Projektverlauf wird mit den Kindern gemeinsam reflektiert, welche Überlegungen angestellt, welche weiter verfolgt, welche verworfen wurden und welche zielführend waren.

Durch die gedankliche Auseinandersetzung mit ihrer Vorgehensweise erwerben die Kinder lernmethodische Kompetenzen.

PÄDAGOGISCHER ANSATZ UND METHODEN

Einige der Themen, die wir mit den Kindern bearbeiten, basieren auf den Vorschlägen, die wir mit den Kindern in den Gesprächskreisen gemeinsam besprechen. Andere Themen entwickeln sich aus dem täglichen Miteinander heraus. Wieder andere sind auf Ereignisse in der Gruppe oder in der Familie zurückzuführen. Wir sind offen für die Interessen, Wünsche und Anregungen der Kinder und machen uns mit ihnen gemeinsam auf den Weg. Handelt es sich um ein umfangreicheres Thema, mündet es in der Regel in ein Projekt.

Bereiche

BILDUNGS- UND ERZIEHUNGSBEREICHE

Die nachfolgend aufgeführten Bildungs- und Erziehungsbereiche stehen in der pädagogischen Arbeit nicht isoliert nebeneinander, sondern greifen vielmehr im Sinne einer ganzheitlichen Bildung ineinander.
Unsere Förderschwerpunkte liegen im religiösen, szenischen und sportlichen Bereich.

ETHISCHE UND RELIGIÖSE ERZIEHUNG

Emotionalität und soziale Beziehungen

Religiöse Inhalte vermitteln wir an Hand von Legenden und Geschichten aus der Bibel. Sie enthalten grundlegende Wertvorstellungen, die für den christlichen Glauben bestimmend sind und den Kindern für ihr eigenes Leben Orientierung geben können.

Indem wir einzelne Sequenzen der Erzählungen mit den Kindern nachstellen bzw. Geschichten, die sich dazu eignen, im Rollenspiel nachspielen, können sich die Kinder mit den jeweiligen Personen identifizieren und nachempfinden, wie sie sich fühlen.

Es sind insbesondere Heiligenlegenden und Geschichten von Jesus, die den Kindern soziale Verhaltensweisen nahebringen.

Christliche Feste feiern wir in der Kirche.

Durch unsere Besuche in der Kirche ,auch ohne festlichen Anlass, lernen die Kinder die Räumlichkeiten und die christlichen Symbole kennen.

SPRACHLICHE BILDUNG UND FÖRDERUNG

Medienbildung und Erziehung

Mit zunehmendem Alter wird es für das Kind immer wichtiger, sprachliche Fähigkeiten zu entwickeln. Sprachkompetenz ist eine wesentliche Voraussetzung für seinen späteren schulischen und beruflichen Erfolg und für seine demokratische Teilhabe.

Neben den Alltagssituationen, in denen wir mit den Kindern im Gespräch sind, schaffen wir für die Kinder vielfältige Gelegenheiten, sich -unter Einhaltung vorher vereinbarter Gesprächsregeln sprachlich zu äußern, so z.B. im Erzählkreis oder in der Kinderkonferenz.

Einen hohen Stellenwert für die Sprachförderung und die Hinführung zur Schriftkultur hat für uns der Um- gang mit Büchern. Um die Aufmerksamkeit und das Zuhören zu fördern, lesen wir häufig und gerne Ge- schichten vor, über die wir uns anschließend mit den Kindern unterhalten.

Den Inhalt von Bilderbüchern erarbeiten wir mit kleinen Kindergruppen im Dialog. Zur Vertiefung gestalten wir mit den Kindern gemeinsam eine Erzählwand oder einen Erzähltisch zu der Geschichte. Auf diese Weise können sich die Kinder die Geschichte immer wieder ins Gedächtnis rufen und sich mit anderen Kindern darüber austauschen. In der Leseecke steht ihnen das aktuelle Bilderbuch -wie auch viele andere Bücher- jederzeit zur Verfügung.

Beim Besuch in der Bibliothek versorgen wir uns mit Büchern, Hörspiel- und Lieder-CDs für das jeweilige Projekt.

Über verschiedene Sprachspiele wie die “Sprechhexe“ und Sprachförderprogramme wie „”Das bin ich” und das “Würzburger Programm” entwickeln die Kinder ein Sprachbewusstsein.

Kinder mit Migrationshintergrund bekommen mit dem Vorkurs Deutsch eine zusätzliche Sprachforderung.

An Medien kommen in unserer Einrichtung Tonmedien (Kassettenrekorder, CD Player) und Bildmedien (Printmedien‚ Fotos, Dias) zum Einsatz.

MATHEMATISCHE BILDUNG

Das Kind wächst in eine Welt voller Mathematik hinein. Bewusst oder unbewusst sammelt es täglich mathematische Grunderfahrungen mit geometrischen Formen, Zahlen, Mengen, mit Zeit und Raum.

So lernt es z. B. anhand verschiedener Verkehrsschilder geometrische Formen kennen. Es sortiert und ordnet Gegenstände nach bestimmten Merkmalen wie Farbe, Material, Größe. Es entwickelt Vorstellungen über Muster und Reihenfolgen.

Insbesondere das Zählen spricht die Kinder sehr an.

Sie lassen keine Gelegenheit aus, um herauszufinden, wie viele Kinder da sind, ob der Kuchen für alle reicht oder wie oft sie noch schlafen müssen, bis ein besonderes Ereignis eintritt. Zahlen begegnen den Kindern auch in vielen Beschäftigunsangeboten wie Finger-, Tisch- und Würfelspielen, Reimen, Abzählversen und Liedern. In Projekten wie „Reise ins Zahlenland“ können sich die Kinder den Zahlenraum von l-l0 mit allen Sinnen erobern.

NATURWISSENSCHAFTLICHE UND TECHNISCHE BILDUNG

Umweltbildung und Erziehung

Kinder sind experimentierfreudig und neugierig.

Mit Begeisterung erkunden und erforschen sie ihre Umwelt. Unser Garten kommt dem Forscherdrang unserer Kinder sehr entgegen. Sie sammeln Marienkäfer und siedeln diese in mit Gras und Blättern ausgestatteten “Gärten“ um. Sie bauen im Sandkasten “Bienenhotels“. Sie betrachten und beobachten Spinnen, Fliegen und andere Insekten im Lupenglas und holen sich mit unserer Hilfe Informationen dazu aus Lexika und Büchern.

Beim Anpflanzen, Pflegen und Abebbten unserer Gemüsebeete erwerben sie grundlegende Kenntnisse über Wachsen und Werden.

Im Garten wie auch bei Spaziergängen im nahe gelegenen Park können die Kinder die jahreszeitlich bedingten Veränderungen wahrnehmen.

Wir vermitteln den Kindern, dass auch schon kleine Kinder einen Beitrag leisten können, um Umwelt und Natur zu schützen. Ihr Beitrag kann z. B. darin bestehen, dass sie beim Malen weniger Papier verschwenden oder beim Hände waschen weniger Wasser verbrauchen.

Naturwissenschaftliche und technische Experimente binden wir in unsere Projekte mit ein (Bsp: Wasserprojekt – Experimente mit Wasser)

ÄSTHETISCHE, BILDNERISCHE
UND KULTURELLE BILDUNG UND ERZIEHUNG

Kinder entdecken die Welt mit allen Sinnen. Dabei sammeln sie viele Eindrücke, die sie in ihrem künstlerischen Gestalten (Malen, Basteln, Tonen) und im Rollenspiel (Mutter-Vater-Kind, Tiere) zum Ausdruck bringen.

Im Freispiel stehen den Kindern verschiedene Materialien, Farben und Werkzeuge zum Experimentieren, Malen und Gestalten zur Verfügung. Spielecken und Verkleidungssachen animieren die Kinder zum Rollenspiel. Im Rahmen von Projekten tragen themenbezogene Gemeinschafts- und Einzelarbeiten wie auch das gelenkte Rollenspiel zur Vertiefung der Projektthemen bei. Rollen- und Theaterspiel haben einen besonderen Stellenwert in unserer Einrichtung, da beim szenischen Dar- stellen ein ganzes Bündel an Fähigkeiten und Fertigkeiten trainiert wird. So lernt das Kind, sich non-verbal (mimisch, gestisch) als auch sprachlich auszudrücken, es übt, sich laut und verständlich zu artikulieren, es trainiert seine Merkfähigkeit und Konzentration und es entwickelt Empathie, Rücksichtnahme und Geduld.

Bei der Herstellung der Kostüme und des Bühnenbildes sowie der musikalischen Gestaltung ist seine künstlerische Kreativität gefragt.

Theater- und Museumsbesuche ergeben sich aus den jeweiligen Projektthemen.

MUSIKALISCHE BILDUNG UND ERZIEHUNG

In erster Linie erfolgt musikalische Bildung über alte und neue Kinderlieder sowie gesungene Finger- und Bewegungsspiele. Die Verbindung von Liedtext und Bewegung macht den Kindern sehr viel Freude. Als rhythmisch-musikalische Untermalung setzen wir gerne körpereigene Instrumente ( klatschen, auf die Oberschenkel patschen, stampfen usw.) wie auch Orff-Instrumente ein.

Aus augenscheinlich, wertlosem Material entstehen selbstgebastelte Musikinstrumente, die sich ebenfalls zum Begleiten und Improvisieren eignen. Bei Klanggeschichten erzählen wir kurze Geschichten, die die Kinder mit unterschiedlichen Instrumenten begleiten.

Gesang und Tanz sind auch wichtige Elemente für das Theaterspiel.

Die Vorschulkinder singen regelmäßig mit unserem Kirchenchorleiter und können als Schulkind dem Kinderchor beitreten.

BEWEGUNGSERZIEHUNG UND -FÖRDERUNG, SPORT

Für eine gesunde Entwicklung und eine ganzheitliche Förderung ist Bewegungserziehung unverzichtbar und damit ein wesentlicher Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit.

Einmal wöchentlich führen wir in jeder Gruppe angeleitete Bewegungsstunden durch. Für diese Bewegungs- stunden steht uns der große Pfarrsaal zur Verfügung. Darüber hinaus können die Kinder täglich den Eingangsbereich als Bewegungsraum sowie den Garten mit seinen Spielgeräten nutzen.

Liegt genügend Schnee, vergnügen wir uns mit allen Kindern beim “Poporutscher“ fahren. Im Sommer sorgt ein Plantschbecken für Abkühlung.

Kinder, die länger als 4-5 Stunden im Kindergarten verweilen, können an einem nachmittäglichen Bewegungsangebot teilnehmen.

GESUNDHEITSERZIEHUNG

Gesundheitserziehung zielt darauf ab, die Kinder langfristig dazu zu befähigen, für ihren Körper, ihre Gesundheit und ihr Wohlergehen selbst Verantwortung zu übernehmen. Um ein Körper- und Gesundheitsbewusstsein entwickeln zu können, erwerben die Kinder Kenntnisse über Aufbau und Funktion ihres Körpers sowie Ernährung, Körperpflege und Hygiene.

Gesunde Ernährung ist ein immer wiederkehrendes Thema in unserer Einrichtung, insbesondere auch dann, wenn es um Zahnpflege geht. Wir sind dem Kariesprophylaxeprogramm der Stadt München angeschlossen. An 4 Tagen in der Woche essen die Kinder ihre mitgebrachte Brotzeit in der Freispielzeit zu einem selbst gewählten Zeitpunkt. Einmal in der Woche planen wir mit den Kindern ein gemeinsames Früh- stück. Wir bereiten es gemeinsam vor und bauen ein Frühstücksbüffet zur Selbstbedienung auf.

Projekte zur Sucht- und Gewaltprävention helfen den Kindern dabei, ein Gefühl dafür zu entwickeln, was ihnen gut tut und was nicht. Sie werden darin bestärkt, Übergriffe auf ihre Persönlichkeit nicht zuzulassen.

Perspektiven

THEMENÜBERGREIFENDE PERSPEKTIVEN

Übergänge des Kindes und Konsistenz im Bildungsverlauf

Übergang von der Familie in die Kindertageseinrichtung

Insbesondere für Kinder und Eltern, die noch keine oder nur wenig Gruppenerfahrung mitbringen, kann der Eintritt in den Kindergarten mit starken Ängsten und Unsicherheiten verbunden sein. Für einige Stunden von seinem Kind getrennt zu sein, nicht zu wissen wie es dem Kind allein in der Gruppe mit all den fremden Erwachsenen und Kindern geht, ist für manche Eltern eine beunruhigende Vorstellung, die sie – und letztlich auch das Kind – verunsichert. Um die Bedenken und Sorgen der Eltern ein wenig zu zerstreuen, bieten wir noch vor Kindergarten- beginn einen Einführungselternabend an. Für einige Eltern kann es durchaus hilfreich sein, wenn Eltern darüber berichten, wie die Eingewöhnung bei einem älteren Geschwisterkind verlaufen ist. Mit der Einladung zum Sommerfest haben neue Eltern und Kinder Gelegenheit, bereits im Vorfeld Erzieher, andere Eltern und Kinder kennenzulernen. Wie sich jedoch letztlich die Eingewöhnung gestaltet, hängt jeweils davon ab, wie das Kind und seine Eltern mit der neuen Situation umgehen.

In enger Abstimmung mit den Eltern räumen wir ihnen und ihren Kindern die Zeit ein, die sie brauchen, um sich von einander zu lösen und Vertrauen zu uns aufzubauen.

Wenn das Kind ohne größere Probleme alleine im Kindergarten bleiben kann und will, sich offensichtlich hier wohl fühlt, sich auf andere Kinder einlässt und Interesse an den Spiel- und Beschäftigungs- angeboten zeigt, ist es im Kindergarten angekommen.

Übergang von der Krippe in die nachfolgende Einrichtung

Kinder, die bereits eine Kinderkrippe besucht haben, gewöhnen sich auf Grund ihrer vorherigen Erfahrungen in der Regel schnell in die Kindergartengruppe ein.

Übergang in die Grundschule

Unsere Kinder sind in der Regel sehr stolz darauf, Vorschulkind zu sein. Sie treffen sich einmal wöchentlich in ihrer Vorschulgruppe. Sie haben das Privileg, die Polizeidienststelle bei uns in der Nähe zu besuchen und mit dem Jugendbeamten eine Begehung des Schulwegs durchzuführen.

Sie fahren für 3 Tage nach Oberaudorf und sie werden mit einem sogenannten “Schultütenfest“ gebührend verabschiedet. All diese Aktionen und mehr fördern die Vorschulkinder in ihrer Schulfahigkeit und rufen ihnen ins Bewusstsein, dass bald andere Herausforderungen auf sie warten. Davon wie diese neuen Herausforderungen wohl aussehen wer- den, können sich die Kinder bei ihrem Schulbesuch ein Bild machen.

Welche Voraussetzungen ein schulfähiges Kind mit- bringen sollte, erfahren die Eltern bei einem Elternabend in der Schule.

Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund wer- den im Vorkurs Deutsch sowohl im Kindergarten als auch in der Schule vor Schuleintritt sprachlich gefördert.

Mit Einwilligung der Eltern ist es dem Kindergarten und der Schule möglich, sich über die Schulanfänger, über ihre Stärken und Schwächen auszutauschen.

UMGANG MIT INDIVIDUELLEN UNTERSCHIEDEN UND SOZIOKULTURELLER VIELFALT

Kinder verschiedenen Alters

In jede unserer beiden Gruppen nehmen wir Kinder im Alter von 3 — 6 Jahren auf. Die Altersmischung bringt viele Vorteile mit sich. So lernen die Älteren auf die Jüngeren Rücksicht zu nehmen, für sie Vorbild zu sein, ihnen Hilfe anzubieten wie auch ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse einmal zu Gunsten der Jüngeren zurückzustellen. Ältere können bei den Jüngeren ihre bereits erworbenen Fähigkeiten und ihr Wissen unter Beweis stellen und auf diese Weise festigen. Vorbild und Modell sein zu können, wirkt sich positiv auf ihr Selbstbewusstsein aus. Die Jüngeren ihrerseits nehmen sich die Älteren zum Vorbild, beobachten sie und ahmen sie nach, erhalten vielfältige Anregungen und Impulse und lernen, Hilfe anzunehmen. Der Wunsch, auch zu den “Großen“ zu gehören, bringt sie in ihrer Entwicklung voran.

Im Miteinander lernen Ältere und Jüngere, sich auf den anderen einzustellen und ihn zu respektieren.

Sie lernen, mit den eigenen Gefühlen und denen des anderen umzugehen und Konfliktlösestrategien zu entwickeln.

Je nach Förderaspekt fassen wir die Kinder in altersgemischten oder altershomogenen Kleingruppen zusammen.

Geschlechtersensible Erziehung

Davon ausgehend, dass Jungen und Mädchen gleichwertig und gleichberechtigt sind, dass die Gemeinsamkeiten größer sind als die Unterschiede, achten wir darauf, Stereotypisierungen zu vermeiden. Warum sollen Jungen nicht weinen und Mädchen nicht wild herumtoben, Jungen in der Puppenecke keine Puppen versorgen und Mädchen sich auf dem Bauteppich kein Autorennen liefern? In erster Linie sehen wir die Kinder in ihrer Persönlichkeit mit ihren Interessen, Vorlieben und Fähigkeiten und nicht in ihrer Zugehörigkeit zu einer Geschlechtergruppe. Doch auch die Entwicklung der Geschlechtsidentität von Jungen und Mädchen ist wichtig. Dazu trägt bei wenn Jungen und Mädchen sich in gleichgeschlechtlichen Gruppen beschäftigen. Gesprächsbedarf ergibt sich jedoch, wenn ein Kind aus einer Gruppe ausgeschlossen werden soll, weil es andersgeschlechtlich ist.

Durch vielfältige Auseinandersetzung mit dem eigenen und dem anderen Geschlecht (Beobachtung, Doktorspiele, Bücher) wachsen die Kinder in ihre Geschlechterrolle hinein.

Das Rollen- und Theaterspiel ermöglicht den Kindern, auszuprobieren, wie es sich anfühlt, als Junge oder Mädchen in eine weibliche oder männliche Rolle zu schlüpfen.

Interkulturelle Erziehung

In unserem Kindergarten sind nur wenige Familien mit Migrationshintergrund. Die Eltern sind schon lange in Deutschland und ihre Kinder hier geboren. Kinder wie Eltern sprechen sehr gut deutsch und legen großen Wert darauf, sich gesellschaftlich zu integrieren.

Kinder, die behindert oder von Behinderung bedroht sind – Kinder mit erhöhtem Entwicklungsrisiko – Kinder mit Hochbegabung

Soweit es die Rahmenbedingungen unseres Kindergartens zulassen, sind wir gerne bereit, uns neuen Herausforderungen zu stellen.

SCHLÜSSELPROZESSE DER BILDUNGS- UND ERZIEHUNGSQUALITÄT

Eingewöhnung

Beim Eintritt in den Kindergarten muss das Kind viele neue Eindrücke verarbeiten. Es wird konfrontiert mit einer ihm noch fremden Umgebung, mit ihm noch nicht vertrauten Bezugspersonen und einer großen Kindergruppe. Ziel der Eingewöhnung ist es, dass sich das neue Kind in unserer Einrichtung wohl fühlt. Es soll die Erfahrung machen, dass es von den anderen Kindern so angenommen wird, wie es ist.

Die mit den Kindern erarbeiteten Regeln helfen dem Kindergartenneuling, sich in der Gruppe und im Haus zurechtzufinden. Sie geben ihm Halt und Orientierung. Sicherheit erfährt das neue Kind auch durch seine Zughörigkeit zu einer festen Gruppe. Aus diesem Grund wird jedes Kind bei Kindergartenbeginn entweder ein „Gespenst“ oder ein „Mäuschen“ und bleibt dies auch bis zum Ende seiner Kindergartenzeit.

Um den Kindern den Einstieg in den Kindergarten zu erleichtern, verbringen sie an ihrem ersten Kindergartentag zunächst nur eine Stunde in unserer Einrichtung. Zwei größere Kinder aus der Gruppe des Neulings übernehmen -wenn das neue Kind sich darauf einlassen möchte- die Patenschaft. Sie nehmen es gemeinsam mit der Gruppenerzieherin in der Garderobe in Empfang, führen es in die Gruppe, zeigen und erklären ihm Spielecken und Spielmaterial und beschäftigen sich mit ihm, bis die Eltern es wie- der abholen. Auch an den darauffolgenden Tagen kümmern sich die Kinder um ihr Patenkind.

Nach und nach wird die Zeit, die das neue Kind im Kindergarten anwesend ist, auf die gebuchte Zeit aus- geweitet.

Fällt es Kindern und Eltern gleichermaßen schwer, sich zu trennen, können die Eltern die Schnupper- stunde am ersten Kindergartentag mit ihrem Kind gemeinsam verbringen. Eltern und Gruppenbetreuer verständigen sich auf das weitere Vorgehen.

Erst wenn die Eltern uns ihr Kind mit einem guten Gefühl anvertrauen können und das Kind sich in der Einrichtung wohl fühlt, ist die Eingewöhnung nachhaltig gelungen.

Partizipation – Mitwirkung der Kinder am Bildungs- und Einrichtungsgeschehen

Die Kinder werden in Entscheidungen, die sie selbst wie auch das Einrichtungs- und Gruppengeschehen betreffen, mit einbezogen. Ihre Meinungen werden wertgeschätzt, ihre Kritik und ihre Beschwerden ernst genommen und gemeinsam nach Lösungen für Probleme gesucht.

So können die Kinder bei der Planung gruppenübergreifender, wie auch gruppeninterner Aktivitäten, wie Ausflügen, Projekten, Raumdekorationen usw. in sogenannten Kinderkonferenzen ihre Ideen und Vorschläge einbringen. Die Vorschläge der Kinder werden auf ein großes Papier aufgezeichnet. Jedes Kind klebt einen Markierungspunkt neben den Vorschlag seiner Wahl. Welcher Vorschlag mehrheitlich angenommen wird, können die Kinder durch Zählender Punkte selbst ermitteln.

Regelmäßige Befragungen der Kinder darüber, was ihnen gefallt und was nicht, geben den Grad ihrer Zufriedenheit mit dem Geschehen in der Einrichtung wieder und geben den Erziehern die Richtung vor, in die die Einrichtung weiterentwickelt werden soll. Die wöchentlichen Kinderkonferenzen wie auch der tägliche Stuhlkreis bieten den Kindern Foren, um Vorkommnisse, die sie beschäftigen, zur Sprache zu bringen und gemeinsam mit uns und den anderen Kindern einen Weg zu finden, wie damit umgegangen wird‚

Bei Begebenheiten, die keinen Aufschub dulden, treffen sich die Kinder außerplanmäßig.

Kinder, die ihr Problem in einer größeren Gruppe nicht äußern wollen, können sich direkt an ihre Gruppenerzieher bzw. die Erzieher der anderen Gruppe wenden. Wir arbeiten daran, dass unsere Kinder so viel Vertrauen zu uns entwickeln, dass sie mit ihren Bedürfnissen und Wünschen, mit all dem, was sie auf dem Herzen haben, zu uns kommen. Doch manchmal ist es für die Kinder einfacher, uns über ihre Eltern mitzuteilen, wo der Schuh drückt.

Bei neuen und kleinen Kindern ist es ofl hilfreich, wenn sich ihr Pate oder ein größeres Kind für sie äußert. Manche Probleme lassen sich über eine Handpuppe leichter aussprechen und bearbeiten. Kindergarten- und Gruppenregeln werden mit den Kindern gemeinsam aufgestellt und regelmäßig überprüft.

Beobachtung und Dokumentation

Ein wesentlicher Teil unserer pädagogischen Arbeit ist die Beobachtung des Kindes.

Durch das genaue Beobachten des einzelnen Kindes können sowohl seine besonderen Fähigkeiten und Neigungen als auch eventuell vorhandene Defizite erkannt und entsprechend darauf reagiert werden. Die Dokumentation der Beobachtungen mit Hilfe standardisierter Beobachtungsbögen (Sismik, Seldak und Perik) bildet die Grundlage für die Entwicklungsgespräche mit den Eltern.

Freispiel

Das Freispiel ist für die Entwicklung des Kindes von großer Bedeutung. Indem das Kind selbst wählen kann, mit wem, wo, wie, wann, was und wie lange es spielen will, erlebt es sich als eigenständige, selbstbestimmte Persönlichkeit. Allein und im gemeinsamen Spiel mit anderen Kindern entwickelt das Kind kognitive, kreative, sprachliche, motorische, emotionale und soziale Fähigkeiten. Es lernt, sich zu konzentrieren, auf ein Ziel hinzuarbeiten‚ zu gewinnen und zu verlieren, Regeln ein- und Frustrationen auszuhalten.

Es entwickelt Verantwortung und Solidarität, Rücksichtnahme und Fairness. Es schult seine Sinne und trainiert Muskeln, Bewegungsabläufe und Geschicklichkeit. Es verarbeitet Erlebnisse und macht neue Erfahrungen. Indern es sich aktiv mit der Welt auseinandersetzt, lernt es spielend.

Aufgabe des pädagogischen Personals ist es, vor allem Partner und Begleiter des Kindes zu sein, es bei seiner Weiterentwicklung zu unterstützen. Bei Bedarf geben die Bezugspersonen Hilfestellung und setzen Impulse. Darüber hinaus nutzt das Erziehungspersonal die Freispielzeit, um einzelne Kinder gezielt zu beobachten und zu fördern.

Planung der pädagogischen Inhalte

Kinder lieben Wiederholungen und Rituale. Sie geben ihnen Sicherheit und Orientierung. Diesen Aspekt berücksichtigen wir bei unserer Jahresplanung, indem wir daran festhalten, die immer wiederkehrenden Inhalte des Kirchenjahres und die Abfolge der Jahreszeiten zu thematisieren.

Das bewusste Durchleben der Jahreszeiten konfrontiert die Kinder mit Vergänglichkeit und Neubeginn. Vergänglichkeit und Neubeginn begegnen ihnen auch in Geburt, Tod und Auferstehung Jesu. Das Wissen über die Naturereignisse lässt die Kinder die frohe Botschaft erahnen. Sie gibt ihnen Hoffnung und Zuversicht. Durch die jährliche Wiederholung werden die Vorgänge verinnerlicht und das Vertrauen in die Zukunft gestärkt. In dieses Grobraster fügen sich die Themen der Kinder ein, die situativ an uns herangetragen werden.

Pädagogische Angebote

Wir unterscheiden zwischen freien und gezielten Angeboten.

Gezielte Angebote haben den Sinn, das Kind – ausgehend von seinem Entwicklungsstand – allein oder in Kleingruppen zu fördern sowie Themen bzw. Projekte inhaltlich einzuführen, zu veranschaulichen und zu vertiefen. Unter Berücksichtigung der verschiedenen Lern- und Entwicklungsbereiche Kognition, Sozialisation, Kommunikation, Motorik, Emotionalität, Sinnesschulung, bieten wir den Kindern – dem Prinzip der Ganzheitlichkeit folgend – verschiedene Zugangswege zur inhaltlichen Auseinandersetzung an.

Die Ausstattung der Kindergartenräume mit Kreativ-,‚ Spiel- und Bewegungsmaterial bildet die Basis für freie Angebote. Das Kind wählt aus den verschiedenen Beschäftigungsmöglichkeiten aus und nutzt seine Phantasie und Kreativität, um seine Ideen alleine oder gemeinsam mit anderen Kinder zu entwickeln.

Der Erzieher fungiert als Beobachter und begleitet die Kinder auf deren Wunsch bei der Umsetzung ihrer Ideen.

Ob ein Kind viele Impulse benötigt oder nicht, hängt von seiner Persönlichkeit, seinem Alter, seinem Entwicklungsstand und seinen vorher gehenden Erfahrungen ab.

Für verschiedene Altersgruppen bieten wir am Nachmittag gruppenübergreifend Theaterworkshop‚ Bewegungserziehung und Schwimmen an.

Ausflüge in die nähere Umgebung haben den Sinn, den Kindern ihren unmittelbaren Lebensraum zu erschließen und ihnen die Verkehrsregeln nahe zu bringen.

Projektarbeit

Auch wenn sich die religiösen Inhalte des Kirchenjahres und jahreszeitliche Themen wie ein roter Faden durch das Kindergartenjahr ziehen, bleibt dennoch genügend Raum Vorschläge, Ideen und Themen der Kinder auf- zugreifen. So entwickelte sich z. B. aus der Faszination, die Feuer beim Anzünden der Kerzen auf unsere Vorschulkinder ausübte, ein Feuerprojekt, das sich über ein Vierteljahr hinzog. Am Ende des Projekts legte jedes Kind eine “Feuerprüfung“ ab.

Ebenso führte die Märchenbegeisterung der Kinder zu einem umfangreichen Projekt mit Rollenspielen‚ Theaterbesuch, den unterschiedlichsten Basteleien, Liedern und Tanzspielen. Als Projektabschluss präsentierten die Kinder ihren Eltern in einer Ausstellung ihre kreativ gestalteten Märchenschlösser aus wertlosen und anderen Materialien.

Insbesondere bei Projekten bestimmen die Kinder, wohin die Reise geht und es ist immer wieder spannend, sie dabei zu begleiten. Inhalte, die mit den Kindern gemeinsam entwickelt werden, haben bei den Kindern eine hohe Akzeptanz.

Feste und Feiern

Durch das Kirchenjahr vorgegeben sind ein Großteil der Feste, die wir im Kindergarten und mit einem Wortgottesdienst, zu dem auch die Familien herzlich eingeladen sind, in der Kirche feiern. Die den Festen zu Grunde liegenden religiösen Inhalte werden kindgemäß vermittelt. Durch die alljährliche Wiederholung kann das Kind Sinn und Bedeutung nach und nach erfassen und verstehen. Ganz besonders wichtig ist für jedes Kind sein Geburtstag. Sein Bild auf dem Geburtstagskalender zeigt ihm an, in welcher Jahreszeit und in welchem Monat es endlich soweit ist, wann es endlich seinen Kuchen mitbringen und sich von den anderen Kindern feiern lassen darf. Die Organisation des traditionellen Sommerfestes zum Abschluss des Kindergartenjahres liegt vorwiegend in den Händen des Elternbeirats. Für die inhaltliche Ausgestaltung sorgen wir. Mit einem Schultütenfest verabschieden wir unsere Vorschulkinder und wünschen ihnen einen guten Start in den neuen Lebensabschnitt.

2018 Pfarrverband am Luitpoldpark